Steckbrief Allosaurus europaeus

Alter: 153 Millionen Jahre
Zeit: Obere Jura
Fundort: Portugal
Länge: 8bis 10 Meter
Gewicht: 1,5 Tonnen

Allosaurus, die „fremde Echse“, ist einer der am besten untersuchten Dinosaurier überhaupt und wurde in Portugal und in den USA gefunden. Der Fund aus Europa umfasst Schädelreste, Halswirbel, Rippen, Bauchrippen sowie Knochen des Beckens und der Beine. Aus Nordamerika sind mehrere Skelette bekannt, die drei verschiedenen Allosaurus-Arten zugeordnet werden: Allosaurus fragilis, lucasi und maximus.
Allosaurus europaeus ist wie Torvosaurus gurneyi von der Westküste Portugals bekannt und konnte zweifelsfrei durch die auffälligen Fortsätze über den Augen identifiziert werden. Allosaurus fragilis wurde bereits 1877 aus der US-amerikanischen, oberjurassischen (etwa 153 Millionen Jahren alten) Morrison-Formation beschrieben.
Zum Jagd- und Sozialverhalten von Allosaurus gibt es verschiedene Ansichten. Aus den USA ist eine Knochenplatte aus dem Halsbereich eines Stegosaurus bekannt, aus der ein Allosaurus ein Stück herausgebissen hat. Darüber hinaus wurde der Schwanzwirbel eines Allosaurus beschrieben, der von dem Schwanzstachel eines Stegosaurus durchstoßen wurde. Beide Stücke legen aktive Auseinandersetzungen zwischen beiden Dinosauriern nahe. Es gibt mehrere Theorien, wie das Tier jagte. Eine Theorie besagt, dass Allosaurus mit weit aufgerissenem Maul seine scharfen gesägten Zähne mit großer Wucht in die Flanken von relativ großen Beutetieren wie Sauropoden schlug, um diese durch Blutverlust und Infektionen zu schwächen. Einer anderen Theorie zufolge waren der Unterkiefer und die Unterkiefermuskulatur stark genug, um kleinere, noch lebendige Beutetiere zu packen und als Ganzes festzuhalten, was sich ebenfalls mit enormen Kräften auf den Schädel von Allosaurus ausgewirkt hätte. Daher war der Schädel von Allosaurus so gebaut, dass er bei der Jagd unterschiedlich starken Kräften standhalten konnte; außerdem konnte er seinen Unterkiefer sehr weit (bis zu 79°) öffnen.

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Allosaurus ist so gut bekannt, dass wir sogar wissen, mit welchen Verletzungen einzelne Vertreter seiner Art sich zeitlebens herumschlagen mussten. Zum Beispiel ist ein nahezu vollständiges Exemplar namens "Big Al" bekannt, das Verletzungen an der linken Schulter und den Rippen aufweist.

Diese Verletzungen sind verheilt und in einer Weise an den Knochen sichtbar, dass anzunehmen ist, dass sie durch ein und dasselbe Ereignis entstanden sind. Verschiedene krankhafte Veränderungen sind am ganzen Skelett dieses Individuums zu beobachten. Diese stammen teils von Brüchen oder Infektionen, einige könnten aber auch durch Wachstumsstörungen entstanden sein.

Alle Verletzungen zeigen Anzeichen für vollständige Heilung. Nur den Bruch seines Sitzbeins scheint das Tier nicht überlebt zu haben.

Auffällig bei diesen Untersuchungen war, dass Infektionen recht selten auftraten und nur lokal begrenzt waren. Dies lässt eine Reaktion des Körpers auf Bakterien und andere Krankheitserreger vermuten, die heute noch an Vögeln und Reptilien beobachtet werden kann. Diese produzieren in solchen Fällen ein bestimmtes Protein, das die betroffene Stelle vom Blutstrom isoliert, um so die Übertragung auf andere Bereiche des Körpers zu stoppen. Diese Beobachtungen lassen verschiedene Schlussfolgerungen zu: Allosaurus könnte ein Raubtier mit einer hohen Stoffwechselrate (d.h. schnelle Umwandlung von aufgenommenen Kohlehydraten, Proteinen oder Fetten in Energie), gewesen sein. Das Überleben eines verletzten Tieres konnte durch den Schutz und die Versorgung innerhalb eines Rudels gewährleistet worden sein.

Es ist allerdings auch denkbar, dass Allosaurus über keinen allzu aktiven Stoffwechsel verfügte, daher nur relativ wenig Nahrung benötigte und so schwere Verletzungen überlebte - ähnlich wie die heutigen, sehr immunstarken Krokodile.
Krokodilschädel KorkodilschädelAllosaurusschädel

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