Steckbrief Baryonyx walkeri
| Alter: | 130 Millionen Jahre |
| Zeit: | Untere Kreide |
| Fundort: | England |
| Länge: | 8 bis 10 Meter |
| Gewicht: | 2 Tonnen |
Am 7. Januar 1983 fand der Klempner William J. Walker eine über 30 cm lange, gekrümmte Kralle in einer Tongrube südwestlich von London. Diese Kralle gehörte zu Baryonyx walkeri, saß vermutlich am Daumen des Tieres und verlieh ihm seinen wissenschaftlichen Namen „schwere Kralle“.
Baryonyx ist durch seinen langen, krokodilartigen Schädel und seine extrem kräftigen Arme und Klauen der wohl auffälligste Theropode der „BIG 5 “. Die Fossilien des Raubsauriers legen nahe, dass dieser noch nicht vollständig ausgewachsen war, da sowohl Wirbel als auch die aufgefunden Schädelknochen kaum miteinander verwachsen waren. Dennoch dürfte Baryonyx etwa acht bis zehn Meter lang gewesen sein. Man konnte anhand seines Mageninhaltes sogar feststellen, was das Tier kurz vor seinem Tod gefressen hat. Man entdeckte verätzte Fischschuppen und die Knochen eines Iguanodon-Jungtieres.
Interessant ist die Entwicklung von nahezu gleichen Schädel-Merkmalen bei nicht näher verwandten Arten, wie z.B. dem Raubsaurier Baryonyx und dem Raubfisch Muraenesox (Hechtaal). Beide Tiere zeigen im vorderen Schnauzenbereich ausgeprägte Fortsätze an Ober- und Unterkiefer. Die spezialisierte Form der Kieferknochen resultiert aus einer ähnlichen Ernährungsweise und war ideal um schwer fassbare Beute zu schnappen.
Baryonyx gehört zu den Spinosauriern. Fossilien von Spinosauriern sind beinahe weltweit bekannt, sehr selten und meistens nur fragmentarisch überliefert. Diese Raubsaurier erreichten erstaunliche Ausmaße und gehörten zu den größten landlebenden Raubtieren der Erdgeschichte. Wir glauben heute, dass sich diese Tiere – zumindest teilweise – von Fisch ernährten. Jedoch standen wohl auch andere Tiere auf ihrer Speisekarte – das beweist der Halswirbel eines Flugsauriers aus Brasilien, in dem noch der Zahn eines Spinosauriers steckt.
Die Schädel der Spinosaurier waren ausgesprochen schlank und unterschieden sich deutlich von denen anderer Theropoden. Auch ihre Zähne sind kaum oder überhaupt nicht mit Sägekanten ausgestattet, wie dies bei anderen Theropoden der Fall ist; außerdem sind diese kegelförmig und durch senkrechte Riefen gekennzeichnet. Ihre Kiefer scheinen durch spezielle Anpassungen resistenter gegen Drehbewegungen potenzieller, noch lebender Beutetiere, gewesen zu sein. So sind u.a. ihre Kieferränder wellenförmig und nicht gerade, ähnlich wie bei Krokodilen.
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